Zahnersatz und Prophylaxe
Die mit Abstand meistgenutzte Leistung. Bei einer Krone von 1.200 Euro zahlt die gesetzliche Kasse einen Festzuschuss von rund 400 Euro. Die bKV übernimmt je nach Tarif einen großen Teil des Rests.
Kurz gesagt: Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine private Krankenzusatzversicherung, die der Arbeitgeber als Gruppenvertrag für seine Belegschaft abschließt und bezahlt. Sie kostet je nach Leistungsumfang rund 10 bis 50 Euro pro Mitarbeiter und Monat, bleibt bis 50 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei und kommt ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten aus. Sie ist weder eine Altersvorsorge noch ein Ersatz für die gesetzliche Krankenkasse, sondern eine Ergänzung.
Drei Kürzel, die ständig verwechselt werden. Die Unterscheidung entscheidet darüber, ob Sie das richtige Produkt einkaufen:
| Kürzel | Was es ist | Wann der Mitarbeiter etwas davon hat |
|---|---|---|
| bKV betriebliche Krankenversicherung |
Private Zusatzversicherung für Gesundheitsleistungen, vom Arbeitgeber bezahlt | Sofort – beim nächsten Zahnarzttermin oder der nächsten Brille |
| bAV betriebliche Altersvorsorge |
Aufbau einer zusätzlichen Rente, oft per Entgeltumwandlung | Nach dem Arbeitsleben, meist in 20 bis 40 Jahren |
| PKV private Krankenversicherung |
Vollversicherung, die die gesetzliche Kasse ersetzt | Nur für Beamte, Selbstständige und Gutverdiener über der Versicherungspflichtgrenze |
Für die Mitarbeiterbindung ist der Zeitpunkt entscheidend. Eine Rentenzusage bewegt einen 28-jährigen Elektriker wenig. Eine neue Brille, die nichts kostet, bewegt ihn sofort.
Schließt ein Einzelner eine Zahnzusatzversicherung ab, muss er Gesundheitsfragen beantworten, Wartezeiten überstehen und zahlt mit steigendem Alter mehr. Wer Vorerkrankungen hat, bekommt Ausschlüsse oder eine Ablehnung. Im Gruppenvertrag fällt all das weg:
Der Preis dafür: Sie müssen eine klar abgegrenzte Mitarbeitergruppe versichern und eine Mindestteilnahme erreichen. Der Versicherer verzichtet nur deshalb auf die Risikoprüfung, weil er nicht nur die Kranken bekommt.
Die mit Abstand meistgenutzte Leistung. Bei einer Krone von 1.200 Euro zahlt die gesetzliche Kasse einen Festzuschuss von rund 400 Euro. Die bKV übernimmt je nach Tarif einen großen Teil des Rests.
Für Erwachsene zahlt die gesetzliche Kasse Brillen praktisch nicht. Aus einem Gesundheitsbudget von 600 Euro lässt sich eine Gleitsichtbrille finanzieren.
In Handwerk, Pflege und Produktion die zweitwichtigste Position. Wer den Rücken früh behandeln lässt, fällt seltener wochenlang aus.
Hautkrebsscreening vor dem 35. Lebensjahr, erweiterte Ultraschalluntersuchungen, Reisimpfungen, Herz-Kreislauf-Check.
Eine Hotline organisiert Termine bei Fachärzten, meist innerhalb weniger Tage. Spart dem Mitarbeiter Wartezeit und Ihnen Ausfalltage.
Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, freie Krankenhauswahl. Wird selten gebraucht, ist aber im Ernstfall das, woran man sich erinnert.
Alle Anbieter arbeiten mit einem von zwei Modellen:
Jeder Mitarbeiter bekommt einen festen Jahresbetrag, etwa 600 Euro, und entscheidet selbst, wofür er ihn ausgibt.
Sie wählen einzelne Leistungsbereiche aus, etwa Zahn und stationär, jeweils mit eigenen Erstattungssätzen.
Für die meisten Betriebe unter 200 Mitarbeitern ist der Budgettarif die richtige Wahl: Er wird verstanden, und was verstanden wird, wird genutzt. Der Bausteintarif lohnt sich, wenn ein bestimmtes Risiko im Vordergrund steht, etwa Zahngesundheit in einem Betrieb mit hoher Belastung. Beide Modelle im direkten Vergleich
Die Beiträge zur bKV gelten als Sachbezug. Solange der Wert aller Sachbezüge zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigt, fallen weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben an (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Für Sie als Arbeitgeber sind die Beiträge Betriebsausgaben.
Achtung, Freigrenze statt Freibetrag: Wird die 50-Euro-Grenze auch nur um einen Cent überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil. Prüfen Sie deshalb, ob Sie die Grenze bereits durch Tankgutscheine, Jobtickets oder ähnliche Sachbezüge ausgeschöpft haben.
Über 50 Euro gibt es zwei Wege: die Pauschalversteuerung nach § 37b EStG mit 30 Prozent zulasten des Arbeitgebers oder die individuelle Versteuerung beim Mitarbeiter. Wie Sie die bKV korrekt versteuern und buchen
Mitarbeiterzahl, Altersstruktur, Branche und Budget bestimmen, welche Anbieter überhaupt infrage kommen. Dauer: ein Gespräch, etwa 45 Minuten.
Drei Angebote nebeneinander, mit den Unterschieden bei Leistungsgrenzen, Erstattung, Fortführungsrecht und Mindestteilnahme. Dauer: ein Termin.
Wir liefern Unterlagen für die Mitarbeiter und sind bei der Info-Runde dabei. Ohne diesen Schritt nutzt kaum jemand die Leistung – und ungenutzte Benefits binden niemanden.
Zwei Faktoren entscheiden: wie schwer Sie Personal finden und wie stark Ihre Mitarbeiter körperlich belastet sind. Wo beides zutrifft – Handwerk, Pflege, Produktion, Gastronomie – ist die bKV eines der wirksamsten Mittel überhaupt. Wo Fachkräfte reichlich vorhanden sind und die Arbeit im Sitzen stattfindet, ist der Effekt kleiner, aber die Wirkung im Recruiting bleibt: In einer Stellenanzeige unterscheidet sich ein Gesundheitsbudget deutlich vom üblichen Obstkorb.
Untergrenze: Die meisten Versicherer nehmen Gruppenverträge ab drei bis fünf Mitarbeitern an. Was für kleine Betriebe gilt
Eine betriebliche Krankenversicherung ist eine private Krankenzusatzversicherung, die der Arbeitgeber als Gruppenvertrag für seine Mitarbeiter abschließt und bezahlt. Sie ergänzt die gesetzliche Krankenversicherung um Leistungen wie Zahnersatz, Sehhilfen, Vorsorge und Heilpraktiker. Der Versicherer verzichtet dabei auf Gesundheitsprüfung, Wartezeiten und Altersstaffelung.
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) baut eine Rente für die Zeit nach dem Arbeitsleben auf. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) zahlt Gesundheitsleistungen sofort. Mitarbeiter erleben den Nutzen der bKV im ersten Jahr, den der bAV erst Jahrzehnte später.
Nein. Die private Krankenvollversicherung ersetzt die gesetzliche Krankenkasse. Die betriebliche Krankenversicherung ergänzt sie nur. Der Mitarbeiter bleibt in seiner gesetzlichen Kasse und bekommt zusätzliche Leistungen.
Am häufigsten: Zahnersatz und Prophylaxe, Sehhilfen, Vorsorgeuntersuchungen über den Kassenkatalog hinaus, Heilpraktiker und Naturheilverfahren, Physiotherapie, Facharzt-Terminservice sowie stationäre Zusatzleistungen wie Ein- oder Zweibettzimmer. Beim Budgettarif entscheidet der Mitarbeiter selbst, wofür er das Jahresbudget einsetzt.
Von der ersten Beratung bis zum Versicherungsbeginn vergehen üblicherweise zwei bis vier Wochen. Der Zeitaufwand für den Arbeitgeber liegt bei etwa zwei Stunden: eine Beratung, eine Entscheidung über Mitarbeitergruppe und Budget, eine Unterschrift.
Ja, aber die Abgrenzung muss nach sachlichen Kriterien erfolgen, etwa alle unbefristet Beschäftigten, alle Mitarbeiter ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit oder ein ganzer Standort. Eine willkürliche Auswahl einzelner Personen akzeptieren die Versicherer nicht, weil dann die Risikomischung fehlt.
Der Schutz aus dem Gruppenvertrag endet. Die meisten Anbieter räumen ein Fortführungsrecht ein: Der Mitarbeiter kann den Vertrag privat weiterführen, dann zu Einzeltarifbeiträgen und in der Regel ohne erneute Gesundheitsprüfung. Prüfen Sie diesen Punkt vor dem Abschluss, die Regelungen unterscheiden sich deutlich.
Sechs Fragen, zwei Minuten. Danach kennen Sie den Kostenrahmen für Ihren Betrieb und wissen, welcher Tarifzuschnitt passt.