Der günstigste Beitrag sagt nichts – diese acht Punkte entscheiden über den besseren Vertrag

Kurz gesagt: Zwei Angebote mit „600 Euro Gesundheitsbudget“ können völlig unterschiedliche Verträge sein. Der Unterschied steckt in Leistungskatalog, Mindestgruppengröße, Budgetansammlung, Fortführungsrecht bei Jobwechsel, Erstattungsdauer und Beitragshistorie. Vergleichen Sie diese acht Punkte – der Monatsbeitrag allein führt regelmäßig zur falschen Wahl.

Wer die betriebliche Krankenversicherung in Deutschland anbietet

Der Markt ist überschaubar. Zu den etablierten Anbietern gehören unter anderem Allianz, DKV, Hallesche, Signal Iduna, Barmenia, Gothaer, R+V, Württembergische, Continentale, Universa und ottonova.

Die Tabelle nennt Orientierungswerte, damit Sie die Größenordnung einschätzen können. Verbindlich ist keine dieser Zahlen: Beiträge hängen von Gruppengröße, Altersstruktur und Leistungszuschnitt ab. Was für Ihren Betrieb gilt, steht im Angebot.

Orientierungswerte, keine Preise. Die Tabelle beruht auf öffentlich zugänglichen Informationen (Stand August 2026). Beiträge hängen von Gruppengröße, Altersstruktur und Leistungszuschnitt ab — verbindlich ist allein das Angebot für Ihren Betrieb.

bKV-Anbieter im Überblick — Stand August 2026
AnbieterModellBudget im Jahr Beitrag je Kopf und MonatPasst zu
Allianz Budgettarif und Bausteine kombinierbar 300 bis 1.500 Euro im Jahr rund 14 bis 50 Euro je Mitarbeiter und Monat Betriebe ab etwa 20 Mitarbeitern, die eine bekannte Marke im Benefit-Paket wollen.
Hallesche Budgettarif 300 bis 1.200 Euro im Jahr rund 10 bis 40 Euro je Mitarbeiter und Monat Betriebe, die einen verständlichen Budgettarif ohne Bausteinlogik suchen.
HanseMerkur Budgettarif ab 300 Euro im Jahr Einstieg unter 10 Euro je Mitarbeiter und Monat Betriebe mit fünf bis dreißig Mitarbeitern und begrenztem Budget.
AXA Budgettarif und Bausteine auf Anfrage auf Anfrage Pflege, Gesundheitswesen und Betriebe, die psychische Gesundheit ernst nehmen.
R+V Budgettarif auf Anfrage rund 15 Euro je Mitarbeiter und Monat in der Einstiegsstufe Betriebe im genossenschaftlichen Umfeld und mittlere Betriebsgrößen.
Signal Iduna Budgettarif und Bausteine auf Anfrage auf Anfrage Handwerk und produzierendes Gewerbe.
Württembergische Budgettarif ab 300 Euro im Jahr Einstieg im einstelligen Bereich je Mitarbeiter und Monat Kleine Betriebe, besonders in Baden-Wuerttemberg.

Zu jedem Anbieter gibt es eine eigene Seite mit Stärken, Schwächen und den Punkten, die wir im Angebot ausdrücklich prüfen:

Die acht Punkte, an denen sich die Angebote wirklich unterscheiden

1. Mindestgruppengröße

Manche Anbieter zeichnen ab drei Mitarbeitern, andere erst ab zehn oder fünfzig. Der wichtigste Filter überhaupt: Er entscheidet, wer für Sie infrage kommt.

2. Was im Leistungskatalog wirklich steht

„Frei verwendbar“ ist nie ganz frei. Prüfen Sie ausdrücklich Sehhilfen, Heilpraktiker, Physiotherapie ohne ärztliche Verordnung und Vorsorge über den Kassenkatalog hinaus. Hier trennen sich die Angebote am deutlichsten.

3. Ansammlung oder Verfall des Budgets

Verfällt das Budget zum Jahresende oder darf es über zwei bis drei Jahre angespart werden? Für Zahnersatz ist das der Unterschied zwischen brauchbar und wirkungslos.

4. Anlaufstaffel im ersten Jahr

Einige Tarife starten mit reduziertem Budget und erreichen den vollen Betrag erst im dritten Jahr. Das senkt den Beitrag – und die Wirkung genau dann, wenn der Benefit überzeugen soll.

5. Fortführungsrecht bei Jobwechsel

Darf der Mitarbeiter den Schutz privat weiterführen, ohne erneute Gesundheitsprüfung? Zu welchen Beiträgen? Ein gutes Fortführungsrecht macht die bKV in der Stellenanzeige deutlich glaubwürdiger.

6. Wie schnell erstattet wird

App mit Foto-Upload und Erstattung in wenigen Tagen oder Formular per Post mit sechs Wochen Bearbeitung? Nichts beschädigt die Wirkung eines Benefits so zuverlässig wie eine zähe Abwicklung.

7. Beitragshistorie des Anbieters

Beitragsanpassungen sind in der privaten Krankenversicherung normal. Interessant ist, wie oft und wie stark ein Anbieter in den letzten Jahren angepasst hat. Ein niedriger Einstiegsbeitrag mit jährlicher Erhöhung ist teurer als ein stabiler.

8. Aufwand für Ihre Verwaltung

Gibt es ein Arbeitgeberportal für Ein- und Austritte oder läuft alles über Formulare? Bei zwanzig Mitarbeitern und normaler Fluktuation ist das der Unterschied zwischen zehn Minuten und einem halben Tag im Jahr.

Warum ein Makler anders vergleicht als ein Vergleichsportal

Vergleichsportale ranken nach dem, was sich in einer Tabelle abbilden lässt: Beitrag und Budgethöhe. Genau die beiden Zahlen sagen am wenigsten darüber aus, ob der Vertrag in Ihrem Betrieb funktioniert.

Ein Versicherungsmakler arbeitet im Auftrag des Kunden, nicht des Versicherers. Er darf und muss alle Anbieter prüfen – auch die, die schlecht abschneiden – und haftet für seine Empfehlung. Für Sie kostet das nichts: Die Vergütung übernimmt der Versicherer, bei dem der Vertrag zustande kommt, und die Beiträge sind dieselben wie beim Direktabschluss.

Porträt von Alexander Stegemann

Alexander Stegemann

Versicherungsmakler nach § 34d GewO

Er holt die Angebote ein, prüft die acht Punkte und legt Ihnen drei Varianten mit den Unterschieden nebeneinander – in einer Sprache, in der die Unterschiede auch sichtbar werden. Zur Arbeitsweise

Häufige Fragen zum Anbietervergleich

Welche Anbieter gibt es für die betriebliche Krankenversicherung?

Am deutschen Markt bieten unter anderem Allianz, DKV, Hallesche, Signal Iduna, Barmenia, Gothaer, R+V, Württembergische, Continentale, Universa und ottonova betriebliche Krankenversicherungen an. Die Anbieter unterscheiden sich stark in der Mindestgruppengröße, im Leistungskatalog und in der Abwicklung.

Welcher bKV-Anbieter ist der beste?

Es gibt keinen Anbieter, der für alle Betriebe der beste ist. Entscheidend sind die Mindestgruppengröße, ob Ihr Branchenschwerpunkt abgedeckt ist, wie das Budget angesammelt oder verfällt, wie das Fortführungsrecht bei Jobwechsel geregelt ist und wie schnell erstattet wird. Ein Anbieter, der für einen Pflegedienst mit 80 Mitarbeitern ideal ist, kann für einen Handwerksbetrieb mit sechs Personen ungeeignet sein.

Warum unterscheiden sich die Beiträge zwischen Anbietern so stark?

Weil hinter scheinbar gleichen Budgets unterschiedliche Leistungskataloge stehen. Ein Tarif mit 600 Euro Budget, der Sehhilfen und Heilpraktiker ausschließt, ist günstiger als einer, der beides einschließt – die Zahl im Angebot ist aber identisch. Erst der Vergleich der Bedingungen macht die Beiträge vergleichbar.

Kann ich den Anbieter später wechseln?

Ja, Gruppenverträge lassen sich in der Regel zum Ende der vereinbarten Laufzeit kündigen und wechseln. Praktisch ist der Wechsel aber unangenehm, weil beim neuen Anbieter Wartezeiten oder abweichende Leistungen greifen können und Sie den Wechsel der Belegschaft erklären müssen. Die Auswahl vorne kostet weniger Aufwand als die Korrektur später.

Was kostet mich der Vergleich über einen Makler?

Für Sie nichts. Der Versicherungsmakler wird vom Versicherer vergütet, bei dem der Vertrag zustande kommt. Sie zahlen keine Beratungsgebühr, und die Beiträge sind dieselben wie bei einem Direktabschluss.

Drei Angebote nebeneinander, mit den Unterschieden im Kleingedruckten

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