Den Fitnesszuschuss nutzen die Sportlichen – erreichen wollten Sie jemand anderen
Kurz gesagt: Ein Fitnessstudio-Zuschuss setzt voraus, dass der Mitarbeiter sein Verhalten ändert. Deshalb nehmen ihn vor allem die in Anspruch, die ohnehin trainieren. Eine betriebliche Krankenversicherung wirkt dagegen ohne Verhaltensänderung: Physiotherapie, Zahnersatz oder Vorsorge werden dann gebraucht, wenn sie gebraucht werden. Steuerlich teilen sich beide meist dieselbe 50-Euro-Freigrenze.
Das Problem der Selbstauswahl
Jeder Benefit, der eine Handlung voraussetzt, wird von denen genutzt, die diese Handlung ohnehin ausführen. Der Zuschuss zum Studio erreicht den 26-jährigen Monteur, der dreimal die Woche trainiert. Er erreicht nicht den 52-jährigen Kollegen mit dem kaputten Knie, um den es Ihnen eigentlich ging.
Das ist kein Argument gegen Sport. Es ist ein Argument dagegen, ein knappes Budget in eine Maßnahme zu stecken, die die Gesunden subventioniert und an den Belasteten vorbeigeht.
| Mitarbeiter | Fitnesszuschuss | Gesundheitsbudget |
|---|---|---|
| Trainiert ohnehin regelmäßig | nutzt ihn | nutzt es für Prophylaxe oder Brille |
| Hat Rückenbeschwerden, treibt keinen Sport | nutzt ihn nicht | nutzt es für Physiotherapie |
| Steht vor einer Zahnbehandlung | nutzt ihn nicht | nutzt es für den Eigenanteil |
| Braucht eine neue Brille | nutzt ihn nicht | nutzt es für die Sehhilfe |
| Hat kleine Kinder, wenig Zeit | nutzt ihn nicht | nutzt es für Vorsorge |
Der steuerliche Unterschied ist kleiner, als oft angenommen
Beide Wege laufen in der Praxis meist über dieselbe Freigrenze von 50 Euro im Monat. Daneben gibt es den Freibetrag von 600 Euro im Jahr nach § 3 Nr. 34 EStG für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung – der gilt aber nur für zertifizierte Präventionskurse, nicht für eine allgemeine Studiomitgliedschaft. Genau dieser Punkt wird häufig falsch dargestellt.
Wenn Sie eine Studiomitgliedschaft über die Sachbezugsfreigrenze gewähren, bleibt für die bKV entsprechend weniger Spielraum. Beide zusammen über 50 Euro machen den gesamten Betrag steuerpflichtig. Wie die Freigrenze funktioniert
Wo Physiotherapie den Krankenstand tatsächlich senkt
In körperlich fordernden Betrieben verläuft der typische Fall so: Der Rücken zwickt seit Wochen. Ein Termin beim Orthopäden dauert sechs Wochen, danach gibt es sechs Einheiten Physiotherapie mit Zuzahlung und weiterer Wartezeit. Bis dahin sind daraus zwei Wochen Krankschreibung geworden.
Mit einem Gesundheitsbudget, aus dem Physiotherapie auch ohne ärztliche Verordnung bezahlt wird, kürzt sich diese Kette ab: Termin in der kommenden Woche, Rechnung eingereicht, erstattet. Der Ausfall bleibt aus.
Wenn Sie beides wollen
Sinnvolle Reihenfolge: zuerst die bKV, weil sie ohne Verhaltensänderung wirkt und alle erreicht. Wenn danach noch Budget da ist, zertifizierte Präventionskurse über § 3 Nr. 34 EStG – die laufen getrennt von der Freigrenze und ergänzen sich sauber.
Häufige Fragen zum Vergleich
Ist ein Fitnessstudio-Zuschuss steuerfrei?
Er kann über die Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro monatlich steuerfrei gewährt werden, wenn der Arbeitgeber Vertragspartner des Studios ist oder eine Mitgliedschaft als Sachleistung zur Verfügung stellt. Daneben gibt es den Freibetrag von 600 Euro im Jahr für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 3 Nr. 34 EStG – dieser gilt jedoch nur für zertifizierte Präventionskurse, nicht für eine allgemeine Studiomitgliedschaft.
Kann ich Fitnesszuschuss und bKV kombinieren?
Wenn der Fitnesszuschuss über die Sachbezugsfreigrenze läuft, teilen sich beide Leistungen die 50 Euro im Monat. Läuft der Zuschuss über § 3 Nr. 34 EStG für zertifizierte Präventionskurse, ist er von der Freigrenze getrennt und beide Wege lassen sich nebeneinander nutzen.
Warum ist die Nutzungsquote beim Fitnesszuschuss so niedrig?
Weil er eine Verhaltensänderung voraussetzt. Wer regelmäßig trainiert, nimmt ihn gern mit – hätte aber auch ohne Zuschuss trainiert. Wer nicht trainiert, fängt wegen eines Zuschusses selten damit an. Die Leistung erreicht damit vor allem diejenigen, die sie am wenigsten brauchen.
Was wirkt besser gegen Rückenbeschwerden im Betrieb?
Physiotherapie, die aus einem Gesundheitsbudget ohne ärztliche Verordnung bezahlt werden kann. Sie greift dann, wenn die Beschwerden bereits da sind – also genau in dem Moment, in dem der Mitarbeiter sonst wartet, bis es schlimm genug für eine Krankschreibung ist.
Rechnen Sie durch, was ein Gesundheitsbudget in Ihrem Betrieb kostet
Sechs Fragen, danach der Kostenrahmen für Ihre Mitarbeiterzahl.